Kompost anlegen bedeutet, organische Garten- und Küchenabfälle in wertvollen Dünger und Bodenverbesserer zu verwandeln. Ein guter Kompost ist jedoch nicht einfach ein Haufen aus Laub, Rasenschnitt und Pflanzenresten — für die Zersetzung müssen die richtigen Bedingungen herrschen.
Im deutschen Klima kommt es besonders auf das richtige Verhältnis von Feuchtigkeit, Sauerstoff, Kohlenstoff und Stickstoff an. Stimmen diese Bedingungen, übernehmen Mikroorganismen einen Großteil der Arbeit.
Wo sollte man den Kompost anlegen?
Für den Kompost eignet sich ein gut erreichbarer Platz, an dem er die täglichen Arbeiten im Garten nicht behindert.
Der sonnigste Platz im Garten ist nicht automatisch der beste. In Sonne und Wind trocknet der Kompost schneller aus und muss entsprechend häufiger bewässert werden. Praktischer ist meist ein halbschattiger, vor starkem Wind geschützter Standort.
Kompost lässt sich auf verschiedene Arten anlegen:
- als offene Kompostmiete;
- in einem Komposter aus Holz oder einem anderen Material;
- in mehreren nebeneinanderliegenden Kompostbehältern für unterschiedliche Reifestufen.
Ein Mehrkammer-System ist besonders praktisch: In eine Kammer kommt frisches Material, in der zweiten reift der Kompost und aus der dritten kann bereits fertiger Kompost entnommen werden.
Wie bereitet man den Untergrund für den Kompost vor?
Der Kompost sollte so angelegt werden, dass überschüssiges Wasser abfließen kann, gleichzeitig aber möglichst wenige wertvolle Nährstoffe ausgewaschen werden.
Bei schweren, schlecht durchlässigen Böden kann eine Schicht aus gröberem Strukturmaterial helfen. An trockenen Standorten ist dagegen wichtiger, dass der Kompost nicht zu schnell Feuchtigkeit verliert.
Zur Verbesserung der Drainage kann eine etwa 15–20 cm dicke Schicht aus Holzhäckseln oder trockenem Torf verwendet werden.
Die wichtigste Regel ist einfach: Der Kompost sollte feucht sein, darf aber nicht dauerhaft im Wasser stehen.
Wie groß sollte ein Komposthaufen sein?
Ein zu kleiner Komposthaufen kann Wärme nur schlecht speichern. In einem ausreichend großen Haufen kann die Aktivität der Mikroorganismen die Temperatur dagegen deutlich erhöhen.
Ein guter Richtwert ist ein Kompostvolumen von mindestens etwa 1,5 m³.
Während der aktiven Rotte kann die Temperatur im Inneren des Komposts ungefähr 60 °C erreichen. Diese Wärme beschleunigt die Zersetzung und kann außerdem die Keimfähigkeit vieler Unkrautsamen sowie die Lebensfähigkeit bestimmter unerwünschter Organismen reduzieren.
Zu beachten ist außerdem, dass das Volumen des Komposts während der Zersetzung deutlich abnimmt.
Was darf auf den Kompost?
Guter Kompost entsteht aus einer Mischung unterschiedlicher Materialien und nicht aus nur einer Art von Gartenabfällen.
Geeignet sind beispielsweise Obst- und Gemüsereste, Rasenschnitt, Herbstlaub, gesunde Pflanzenreste, kleinere Zweige, Unkraut ohne problematische reife Samen, unbehandeltes Holz, Holzhäcksel und andere natürliche pflanzliche Materialien.
Noch wichtiger als eine genaue Liste ist jedoch das richtige Verhältnis der verschiedenen Materialien.
Braunes und grünes Material im Kompost
Um das Prinzip eines guten Komposts zu verstehen, reichen zwei Begriffe: Kohlenstoff und Stickstoff.
Trockenes Laub, Zweige, Holzhäcksel und ähnliche trockene Materialien enthalten vergleichsweise viel Kohlenstoff. Frischer Rasenschnitt und andere grüne Pflanzenteile liefern mehr Stickstoff.
Die Mikroorganismen benötigen beides.
Das optimale Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff, das sogenannte C/N-Verhältnis, liegt ungefähr bei 25–30:1. Im eigenen Garten muss natürlich niemand die Materialien auf einer Laborwaage abwiegen. Praktischer ist es, trockenes „braunes“ Material und frisches „grünes“ Material abwechselnd einzubringen.
Zum Beispiel:
trockenes Laub → frischer Rasenschnitt → zerkleinerte Zweige → Pflanzenreste → Laub.
Diese Mischung sorgt für eine bessere Belüftung und unterstützt eine gleichmäßige Zersetzung.
Warum sollte Rasenschnitt nicht in einer dicken Schicht kompostiert werden?
Das ist einer der häufigsten Fehler beim Kompostieren.
Frisch gemähtes Gras enthält viel Stickstoff und Feuchtigkeit. Wird es in einer dicken, verdichteten Schicht auf den Kompost gegeben, gelangt kaum noch Sauerstoff in das Material. Statt gut zu verrotten, kann der Rasenschnitt faulen und unangenehm riechen.
Deshalb sollte frischer Rasenschnitt mit trockenem Laub, zerkleinerten Zweigen, Holzhäckseln oder anderem kohlenstoffreichen Material vermischt werden.
Dasselbe Prinzip hilft im Herbst. Fallen große Mengen Laub an, aber es fehlt stickstoffreiches Material, kann das Laub beispielsweise mit dem letzten Rasenschnitt der Saison gemischt werden.
Wie feucht sollte der Kompost sein?
Mikroorganismen brauchen Wasser, daher ist ausreichend Feuchtigkeit für die Kompostierung wichtig.
Mehr Wasser bedeutet jedoch nicht automatisch besseren Kompost. Bei zu viel Feuchtigkeit werden die Lufträume im Material mit Wasser gefüllt. Dadurch können sauerstoffarme, anaerobe Prozesse entstehen.
Als einfache Faustregel gilt: Der Kompost sollte feucht, aber nicht nass sein.
Ist das Material trocken und die Zersetzung verlangsamt sich, kann der Kompost leicht angefeuchtet werden. Ist er dagegen nass, verdichtet und riecht unangenehm, sollte trockenes Strukturmaterial hinzugefügt und die Belüftung verbessert werden.
Muss man den Kompost umsetzen?
Für die Kompostierung wird Sauerstoff benötigt. Das Umsetzen oder Durchmischen des Komposts kann deshalb die Rotte deutlich beschleunigen.
Der Kompost muss jedoch nicht ständig umgeschichtet werden. Zu häufiges Umsetzen kann die bereits entstandenen Strukturen von Mikroorganismen und Pilzgeflechten stören.
In der Praxis reicht es, den Kompost zu beobachten. Wird er sehr dicht oder nass, beginnt unangenehm zu riechen oder scheint die Zersetzung zum Stillstand zu kommen, ist es Zeit, ihn umzusetzen.
Gröbere Zweige und andere strukturgebende Materialien sorgen zusätzlich dafür, dass Luft auch ohne häufiges Umsetzen tiefer in den Kompost gelangen kann.
Sollte man den Kompost abdecken?
Es ist sinnvoll, den Kompost sowohl vor dem Austrocknen als auch vor lang anhaltendem starkem Regen zu schützen.
Eine Abdeckung hilft, die Feuchtigkeit gleichmäßiger zu halten und das Auswaschen von Nährstoffen zu reduzieren. Luftdicht sollte der Kompost jedoch nicht verschlossen werden, denn für die Zersetzung wird Sauerstoff benötigt.
Das Ziel ist also nicht, den Kompost vollständig „einzupacken“, sondern ihn zu schützen und gleichzeitig ausreichend zu belüften.
Dürfen kranke Pflanzen und Unkraut auf den Kompost?
Hier ist Vorsicht sinnvoll.
Ein heißer und richtig aufgebauter Kompost kann Temperaturen erreichen, bei denen ein Teil der Unkrautsamen und Krankheitserreger seine Lebensfähigkeit verliert. Ein Kompost im Hausgarten erreicht jedoch nicht immer im gesamten Material die erforderliche Temperatur und hält sie auch nicht unbedingt lange genug.
Stark erkrankte Pflanzen und problematisches Unkraut mit reifen Samen sollten deshalb besser nicht auf den Kompost gegeben werden.
Wichtig ist: Die Qualität des fertigen Komposts beginnt bereits bei der Auswahl dessen, was auf den Kompost kommt.
Warum riecht Kompost manchmal unangenehm?
Ein gut belüfteter Kompost riecht normalerweise angenehm erdig und erinnert an Waldboden. Ein starker unangenehmer Geruch ist dagegen ein Hinweis darauf, dass das Gleichgewicht nicht stimmt.
Häufige Ursachen sind zu viel Feuchtigkeit, große Mengen frischen Rasenschnitts oder anderer stickstoffreicher Materialien, eine stark verdichtete Masse oder zu wenig Sauerstoff.
Die Lösung ist meist einfach: Den Kompost umsetzen und trockenes Laub, Zweige, Holzhäcksel oder anderes trockenes Strukturmaterial untermischen.
Wann ist der Kompost fertig?
Bei reifem Kompost sind die ursprünglichen Materialien größtenteils nicht mehr zu erkennen. Er ist dunkel, locker und krümelig und erinnert in seiner Struktur an fruchtbaren Gartenboden.
Fertiger Kompost sollte angenehm nach Erde riechen und nicht nach frischen Pflanzen oder faulendem Material.
Er kann zur Bodenverbesserung im Garten, in Gemüse- und Blumenbeeten, rund um Pflanzen und für viele weitere Gartenarbeiten eingesetzt werden.
Das Prinzip der Kompostierung ist eigentlich ganz einfach: Geben Sie den Mikroorganismen Feuchtigkeit, Sauerstoff, Kohlenstoff und Stickstoff — und lassen Sie sie ihre Arbeit erledigen. Ein richtig angelegter Kompost reduziert Gartenabfälle und führt wertvolle organische Substanz wieder dem Boden zu.